
Victoriasicht, Rügen
C-Print, 40 x 52 cm

Walhalla, Donaustauf
C-Print, 40 x 52 cm

Feldberg, Schwarzwald
C-Print, 40 x 52 cm

Alte Liebe, Cuxhaven
C-Print, 40 x 52 cm

IBA-Terrassen, Niederlausitz
C-Print, 40 x 52 cm

Loreley, Mittelrhein
C-Print, 40 x 52 cm

Hochgrat, Allgäu
C-Print, 40 x 52 cm

Wendelstein, Bayrische Alpen
C-Print, 40 x 52 cm

Gasometer, Oberhausen
C-Print, 40 x 52 cm

Wurmberg, Harz
C-Print, 40 x 52 cm

Schiffshebewerk Niederfinow, Oder-Havel-Kanal
C-Print, 40 x 52 cm

Todtnauer Wasserfall, Schwarzwald
C-Print, 40 x 52 cm

Bastei, Sächsische Schweiz
C-Print, 40 x 52 cm

Rheinfall, Schaffhausen
C-Print, 40 x 52 cm

Rotes Kliff, Sylt
C-Print, 40 x 52 cm

Jenner, Berchtesgadener Alpen
C-Print, 40 x 52 cm

Deutsches Eck, Koblenz
C-Print, 40 x 52 cm

Felsenburg Neurathen, Sächsische Schweiz
C-Print, 40 x 52 cm

Torfhaus, Harz
C-Print, 40 x 52 cm
Text von Josefine Raab, 2005
Die Darstellung von Landschaft in der Kunst blickt auf eine wechselvolle und variationsreiche Geschichte, die stets auch ein Licht wirft auf die Naturauffassung einer Gesellschaft. Nach den inhaltlichen Vorbehalten der Künstler der Nachkriegsavantgarde, die mit Verachtung auf die vielfach missbrauchten Klischee- und Pathosbilder deutscher Landschaften schauten, ist mittlerweile und vor allem in der Fotografie eine vorsichtige Rennaissance zu beobachten. Jedoch sind künstlerische Stellungnahmen emotional-subjektiver Natur deutlich weniger zahlreich anzutreffen, als solche Strategien, die sich dem Thema mit Mitteln der kultursoziologischen Untersuchung oder einer distanzierten Ironie zu nähern suchen. So bleibt in einer Kultur, in der Landschafts- und Naturerlebnis primär als industriell gestützte Outdoor-Aktivität organisiert und abgewickelt wird, das subjektive Empfinden des Verschwindens von „unberührter Natur“ vorherrschend. Das gleichermaßen gesteigerte Bedürfnis nach unverfälschter, aber gleichwohl auch sehenswürdiger Natur wird durch touristische Bewerbung geschickt an bestimmten Orten gebündelt. So sind beliebte Ziele, um Landschaft zu genießen und das Weite zu schauen, die über ganz Deutschland verteilten Aussichtspunkte, von denen Henning Rogge in seiner Serie „Schauinsland“ einige ins Visier genommen hat. Rogges Reise führt dabei an sehr unterschiedliche Orte, von denen kaum einer in seriösen Reiseführern fehlt: Von landschaftlich markanten Punkten wie dem Roten Kliff auf Sylt, das bereits vor Jahrhunderten den Schifffahrern als unverwechselbare Landmarke diente, zur Victoria-Sicht auf Rügen, wo man von einer eisernen Plattform aus eine atemberaubende Sicht auf den Königstuhl, einen 119 Meter aufragenden Kreidefelsen, genießt. Zur sagenumwobenen Loreley am Mittelrhein, dem Hexentanzplatz im Harz, dem Deutschen Eck in Koblenz, auf dem seit der deutschen Wiedervereinigung die Flaggen der Bundesländer wehen, zum Gasometer in Oberhausen, der mit exakt 117,5 Metern Höhe einen grandiosen Rundblick bietet – allerdings auch entsprechend vergittert worden ist, bis zu den IBA-Terrassen in der Niederlausitz, wo bis ins Jahr 2010 wohl die größte Landschaftsbaustelle Europas zu begutachten ist. Wer nun aber spektakuläre Aussichten erwartet, dessen Hoffnung wird getäuscht. Henning Rogges Aufnahmen geben doch zumeist den Blick auf das, was von dort bestaunt werden kann, nicht frei. Sein Augenmerk gilt vielmehr dem Aussichtspunkt als solchem. So bleibt in der Distanz, was der Besucher durch den exponierten Ort besser ins Auge zu fassen hoffte. Stattdessen entwirft Henning Rogge eine bildsoziologische Reihung, in der wir als Betrachter zu Beobachtern der Betrachter und ihrem Tun werden. Die Kamera fasst die Szenerie ins Auge, bleibt aber selbst in der Ferne. Solcherart konzipiert ist „Schauinsland“ eine phänomenologische Begutachtung von Orten, an denen kulturell motivierte und gesellschaftsimmanente Handlungen vollzogen werden. Unsere voyeuristisch motivierte Neugier jedenfalls wird nicht gestillt, die emotionale Teilhabe am Erlebnis wird verweigert – da hilft nur das selber Hinfahren.
— Josefine Raab
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Photonews, Ausgabe März 2006, Schauinsland - Deutsche Aussichtspunkte, von Denis Brudna
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